Wir feiern Advent. Wer am Abend durch die Straßen geht, erfreut sich der vielen Lichter, die in den Häusern zu sehen sind. Mitten in dieser dunklen Zeit der Pandemie werden wir durch die Adventszeit ermutigt, an „das Licht“ zu glauben.


„Advent“ (lat. adventus: Ankunft) eigentlich „adventus Domini“ (Ankunft des Herrn) bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, „Weihnachten“, vorbereitet (Wikipedia). Und dieser Jesus, der zu Weihnachten geboren wurde, sagte später: „Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.“ Johannes 12,46.


Es ist eine gute und schöne Tradition, in der Adventszeit die Kerzen erleuchten zu lassen. Für Alte und Junge sind das schöne und freudige Momente, die Licht in die Dunkelheit dieser Zeit bringen, die graue Welt um uns herum schöner machen und neue Hoffnung in unseren Herzen entfachen.


Eine Kerze brennt lautlos. – Gott kam leise in diese Welt. Nicht in einem Königspalast, sondern an einem stillen Ort. Wo vieles in dieser Welt ruft und schreit, da dringt Gottes Liebe ruhig und gelassen zu unseren Herzen vor.


Ich wünschte mir mehr Ruhe und Besonnenheit in der Politik. Mögen die lauten Posaunen in Berlin wenigstens jetzt, in der Adventszeit, zur Ruhe und Besinnlichkeit kommen und erkennen, dass sie nicht die Lichtquelle sind, sondern auch sie das Licht brauchen, das zu Weihnachten in diese Welt gekommen ist. Wir müssen nicht schreien, sondern dürfen leise an dem Ort leuchten, an den wir gestellt sind.


Die Flamme der Kerze leuchtet im Dunkeln. – Jesus wurde in der Nacht geboren und in eine ärmliche Krippe gelegt. Bei seiner Geburt erleuchteten Engel Gottes die dunkle Nacht dieser Welt und ihr Ruf erklingt auch heute noch in unseren Weihnachtsliedern: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden“.


Licht gibt Wegweisung. – Wir brauchen in diesen dunklen Tagen Politiker, die nicht noch mehr Angst und Schrecken verbreiten, sondern Hoffnung und Zuversicht. Politiker, die „Licht“ bringen und nicht noch mehr „Dunkelheit“ hervorrufen.


Die Flamme der Kerze bewegt sich ständig. – Es ist faszinierend eine brennende Kerze anzusehen. Die Flamme ist immer in Bewegung und bildet ständig neue Formen. Gott bringt Bewegung ins Leben. Auch die Hirten in Bethlehem setzten sich mitten in der Nacht in Bewegung und machten sich auf die Suche nach Jesus, dem Licht der Welt. Auch als Politiker müssen wir keine Angst vor Bewegung haben. Die Vergangenheit sollte als Sprungbrett dienen, nicht als Hängematte.


Die Flamme gibt Wärme. – Wir lieben es als Familie, wenn der Kaminofen Wärme ausstrahlt. Wärme tut wohl. Warmherzige Menschen sind wohltuend. Jesus strahlte Warmherzigkeit aus wie sonst keiner. Darum hatte er – und hat bis heute – viele Anhänger. Christlicher Glaube sollte Wärme und Liebe hervorbringen. Leider ist Politik auf allen Ebenen heute oftmals durch Machtkämpfe und Egoismus geprägt. Wie kraftvoll und schön wäre Politik, wenn Menschen sich – trotz unterschiedlichen Meinungen –, zusammenraufen und gute Entscheidungen für die Gemeinschaft treffen.


Wenn kein Holz im Kamin nachgelegt wird, wird die Flamme immer kleiner. Glühende Kohlen werden schließlich zu Asche und die Kälte bricht ein. Die einzige Lösung das Feuer am brennen zu halten, ist Holz nachzulegen. Wollen wir als Politiker Holz nachlegen? Annahme, Geduld, offene Ohren, Toleranz und Wertschätzung. Wenn wir das machen, wird es wärmer um uns.


Was nutzen alle Kerzen, wenn es dunkel bleibt im Herzen? – Die Frage ist nicht, wie groß du als Kerze gewesen bist, sondern wie du geleuchtet hast.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine besinnliche Adventszeit!

Gerry Klein